Mittwoch, 6 Juli 2022
Notruf : 112

B4 – Wohnhausbrand

Datum: 11. Februar 2017 um 8:05
Dauer: 10 Stunden 55 Minuten
Einsatzort: Im Stegehoek, Bad Bentheim
Mannschaftsstärke: 100
Fahrzeuge: TLF 16/25, LF 20, RW, LF 8, HRB 32, MTF, Ford Transit, ELW (Mercedes Sprinter 2000 – 2021)
Weitere Kräfte: DRK Kreisverband Grafschaft Bentheim e.V., DRK OV Bad Bentheim & Gildehaus e.V., Ortsfeuerwehr Gildehaus, Ortsfeuerwehr Schüttorf, Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim


Einsatzbericht:

Wir wurden am 11.02.2017 um 08:05 erneut alarmiert und in den Stegehoek gerufen. Dort brannte ein Wohnhaus und zum Zeitpunkt der Alarmierung befanden sich noch Personen im Gebäude. Daher rückten wir in schneller Folge LF 20, ELW; HAB, TLF, LF8 RW und MTF aus.
Parallel fuhren auch der Rettungsdienst sowie der DRK Ortsverband die Einsatzstelle an. Vor Ort hatten alle Personen das Gebäude bereits verlassen und wurden zunächst durch den Rettungsdienst versorgt. Insgesamt waren zum Zeitpunkt
des Brandausbruches 8 Personen im Gebäude, von denen alle das Gebäude selbständig verlassen konnten, aber 6 eine medizinische Versorgung benötigten. Der Ablauf der medizinischen Rettung ist auf der Seite des DRK Orstverbandes weiter beschrieben.
Die von uns ursprünglich vorbereitete Menschenrettung brauchte daher nicht mehr durchgeführt werden und wir konnten uns auf die Bekämpfung des Feuers konzentrieren.
Obwohl wir schon wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort waren, hatte sich das Feuer bereits so stark entwickelt, dass massiver, dunkler und heißer Brandrauch aus dem gesamten Gebäude drückte und bereits an zwei Stellen
die Flammen aus den Fenstern schlugen. Durch den Ostwind drückte der Rauch über die Straße in ein Wohngebiet.
Die Färbung und Dynamik des Rauches deutete auf eine bevorstehende Durchzündung hin. Daher wurde zunächst versucht mit einem B- und einem C-Rohr das Erdgeschoss soweit runter zu kühlen, dass eine Durchzündung verhindert
werden kann. Dieser Versuch musste aber aufgrund des zu diesem Zeitpunkt bereits zu stark fortgeschrittenen Brandes und die brandfördernde Bauweise (Holzvertäfelungen, Deckenisolierungen aus Torf uns Stroh) erfolglos
abgebrochen werden. Ein Innenangriff wurde nicht mehr eingeleitet, da sich keine Personen mehr im Gebäude befanden und durch den Brandfortschritt die Gefährdung für unsere Kräfte zu groß war. Parrallel wurde dann ebenfalls
die Orstfeuerwehr Gildehaus zur Verstärkung gerufen.
Da zu diesem Zeitpunkt bereits das Wasser aus unseren Fahrzeugtanks leer war und sich die Hydrantendeckel zunächst durch den Frost nicht öffnen ließen, brach kurzzeitig die Wasserversorgung zusammen.
Daher entschied sich die Einsatzleitung dazu, weitere Tanklöschfahrzeuge aus Schüttorf und Isterberg alarmieren zu lassen. Zum selben Zeitpunkt ging das gesamte Gebäude in den Vollbrand über.
Mit Hilfe unseres Auftaugerätes und der Unterstützung der Anwohner, konnten nach und nach Hydranten geöffnet werden. Das nun zur Verfügung stehende Löschwasser wurde zum Schutz der Nachbargebäude und am Brandhaus stehender Gerätschaften eingesetzt.
Mit Eintreffen der Unterstützungskräfte der umliegenden Feuerwehren wurde dann ein massiver Aussenangriff durchgeführt, mit dem die Flammen innerhalb weniger Minuten unter Kontrolle gebracht werden konnten.
Daraufhin wurde der Aussenangriff abgebrochen und die Besatzung der HAB konnte mit Hilfe der Wärmebildkamera gezielt vom Korb aus, einzelne verbliebende Brandherde im Inneren des Gebäudes bekämpfen. Da die Flammen
immer wieder aufloderten, wurde später Schwerschaum eingesetzt, um den Brandschutt abzudecken. Des Weiteren wurden durch die Energieversorger, die Gas, Wasser und Stromzufuhr zu dem Gebäude abgetrennt.
Diese Maßnahmen zogen sich bis etwa 13:30 hin. Anschließend wurde die Einsatzstelle
aufgeräumt und der Polizei übergeben.
Gegen 18:00, als die letzten Kameraden noch mit der Wiederherstellung der vollen Einsatzbereitschaft im Feuerwehrhaus beschäftigt waren, führte unser Ortsbrandmeister eine Nachkontrolle an der Einsatzstelle durch.
Da an einigen Stellen die ersten Glutnester und kleinere Flammen schon wieder durch den Löschschaum kamen, fuhren wir mit dem LF 20 erneut die Einsatzstelle an, und löschen gezielt nochmal nach.
Insgesamt waren an dem Einsatz über 100 Kräfte der Feuerwehren aus Bad Bentheim, Gildehaus, Schüttorf und Isterberg, sowie des DRK Rettungsdienstes und Ortsverbandes Bentheim / Gildehaus und der Polizei im Einsatz.
Insgesamt wurden 3B – und 6 C – Rohre eingesetzt
Eine benachbarte Kühlhalle, eine Landwirtschaftliche Zugmaschine, ein PKW und die Garage des Gebäudes konnten vor weiterer Beschädigung geschützt werden. Trotz des gefrierenden Löschwassers wurde kein Helfer bei dem Einsatz verletzt.
Wir möchten uns an dieser Stelle für die gewohnt gute Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte, sowie der spontanen Hilfe der Anwohner, die uns mit Wasser zum auftauen der Hydranten und zur Zubereitung warmer Getränke versorgten, herzlich bedanken.